Im großen schwarzen Auto fahren wir zum Tierarzt. Also, meine Menschenfrau fährt. Ich sitze im hinteren Abteil. Mir geht es richtig schlecht. Es ist mir hundeelend, das Gegenteil von pudelwohl. Die Fahrt dauert nicht so lange, dann stehen wir vor der Praxis. Hoffentlich wird mir hier geholfen!

Erst mal muss ich im Auto warten
Wegen Corona, Ihr wisst schon. Die Menschen setzen sich dann komische Masken auf und waschen wie wild die Hände. Die oder der oder das Corona ist nämlich unsichtbar. Das macht die Menschen besorgt und bringt sie auf komische Ideen. Bei mir daheim in China haben sie Barrikaden gebaut und Hausgänge zugemauert. Pipi machen auf dem Grünen, das war dann auch verboten. Und spazieren gehen sowieso.
Meine Menschenfrau meldet mich an
Dann, nach etwas Warten, darf ich in die Praxis. Im Behandlungszimmer begrüßt mich Frau Dr. Tomaschek. Die schaut noch viel besorgter als meine Menschenfrau. In Ihrem Blick liegt so etwas Trauriges. Ich glaube, sie sieht jeden Tag viele kranke Hunde. Sie untersucht mich, hört mich ab. Dann spricht sie mit meiner Menschenfrau.
Ich verstehe das nicht, denn da ist ja immer noch die Sprachbarriere. Erst viel später erfahre ich, was die beiden besprochen haben. Und es ist wirklich gruselig!

Muss ich in die Tierklinik?
Ich habe eine beginnende Lungenentzündung. Und die Frau Doktor hat so gar kein gutes Gefühl. Denn sie meint, ich sei zu mager und hätte keine Abwehrkräfte. Okay, mager bin ich. Mit der Aufregung in China, dem Flug und meiner Krankheit hatte ich tagelang keinen Appetit mehr. Ich wollte einfach nichts essen und fand nichts lecker. Auf der Waage in der Praxis habe ich dann gerade einmal 1.250 Gramm.
Ja, das ist wenig. Gar nicht gut.
Die Tierklinik als letzte Option? Jetzt schauen beide extrem besorgt. Meine blonde Menschenfrau und die Frau Doktor. Mich fröstelt, mir läuft es kalt den Rücken herunter. Ich schaue beide an. Was haben die mit mir vor?
Da schüttelt meine Menschenfrau den Kopf. Später erfahre ich, dass sie mich pflegen will. Das sei besser als die Klinik, und die Frau Doktor scheint das auch so zu sehen. Jetzt bekomme ich eine Spritze, die nur wenig Autsch macht. Dann endlich Medizin zum Mitnehmen. Habe ich schon ewig drum gebeten.
Morgen muss ich wieder in die Praxis
Dann wollen sie sehen, ob die Medizin wirkt. Oh Mann, was ein Stress! Völlig fertig von den vielen Aufregungen fahren wir nach Hause. Ich fühle mich matt, keineswegs besser. Ob die Medizin wirkt? Ich bin wenig zuversichtlich.
Aber nicht alles im Leben ist schwarz und grau.
Denn gerade, wenn Du denkst, das war es, dann entdeckst Du einen Stern am Firmament. In meinem Fall ist der Stern aber schwarz und hat lange Beine. Ich lerne Any kennen.
